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Die Bedeutung der Kirchenväter in der Orthodoxie

Die Kirche ist unvorstellbar ohne Väter, wie sie auch ohne Christus und ohne Apostel undenkbar ist. Die Kirche ist nicht nur apostolisch, sondern auch "väterlich" (= patristisch). Von ihrem Wesen her ist sie die "Kirche der heiligen Väter". Denn, wenn sie echt patristisch ist, dann ist sie auch wahrhaft apostolisch. Warum? Weil die heiligen Väter (und Mütter) aller Jahrhunderte die gerade und ununterbrochene Linie der kirchlichen Tradition sind, d.h. die Fortsetzung des durch die Fleischwerdung des Wortes Gottes in die Welt eingeführten neuen Lebens, des Lebens Christi. Die Väter sind also die Nachfolger der heiligen Apostel; sie führen ihr Werk weiter, nicht nur mit der Übernahme bestimmter Verwaltungs- und Pastoralaufgaben, sondern auch  mit der Fortsetzung der "neuen Schöpfung", der geoffenbarten neuen Lebensweise, die sich als Glaube und Gesinnung, als seinsmäßiger Lobpreis des Dreieinigen Gottes und als Leben und Koinonia ausdrückt. Die Väter sind also in jeder Epoche Zeugen des wahren Glaubens (der Orthodoxie) - testes veritatis - in seiner ganzen Fülle.
Der Begriff "Väter" wird von seinem Wortinhalt her mit der Zeugung von Kindern und der Sorge für sie verbunden. Mit dieser Bedeutung wird er auch in der Kirche verwandt, natürlich von seinem biologisch-körperlichen Inhalt befreit. Bereits im NT bezeichnet Paulus sich als "Vater" der Gläubigen, weil sie von ihm gezeugt wurden, nicht körperlich, sondern geistlich, durch die wahre Zeugung, über die Christus "bei Nacht" zu Nikodemus sprach (Joh.3). Der Apostel spricht über die Zeugung "in Christo" und "durch das Evangelium". Diese Begriffe beziehen sich auf die Koordination der geistlichen Vaterschaft in der Kirche. Die Väter sind Väter in Christo und ihre geistlichen Kinder werden durch sie Kinder Christi.  Man wird nämlich "Vater", weil man selbst in Christo  ist, d.h. wiedergeborenes, wahres Kind Christi, des einzigen wahrhaften Vaters (Eph.3,15), und jeder Gläubige, der unter Mühen eines Vaters wiedergeboren wird, wird Kind Christi, kehrt ein in Christus und wird gerettet. Die leiblichen Väter zeugen für die Welt; die geistlichen Väter zeugen für Christus. Nun verstehen wir die Absolutheit und wirklichen Dimensionen eines Satzes der "Apostolikai Diatagai" (4. Jh): "Dieser ist Lehrer der Frömmigkeit, dieser ist nach Gott unser Vater,  der uns durch Wasser und Geist wiedergezeugt hat" (II, 26). Der Weg der Kirche in der Welt ist eine ständige Zeugung in Christo. Deshalb gibt es keinen Zeitpunkt in der Geschichte, an dem es keine Väter gibt. Die scholastische Normierung des Begriffes "Vater" führte den Westen dazu, die Epoche der Väter zeitlich zu begrenzen: bis zum 7. Jahrhundert im Westen (Gregor der Große oder Isidorus von Sevilla) und bis zum 8. Jahrhundert im Osten (Johannes von Damaskus). Das ist natürlich eine fränkische Erfindung, um die scholastische Theologie (= fränkische Theologie) hervorzuheben, die nach deren Meinung der "Theologie der Väter" folgte oder besser, was einen wesentlichen Fortschritt bedeutete, sie ersetzte. Und dazu kam es natürlich, weil die alte Vätertheologie, außer der des Augustinus, nicht zur Stützung der fränkischen dogmatischen Neuerungen und besonders des "filioque" dienen konnte.
Die Väter haben also eine derartige Bedeutung für die Kirche, weil sie unmittelbar mit der Tatsache der Tradition verbunden sind, die das Wesen des kirchlichen Lebens bildet. Die Tradition wird kirchlich als eine ununterbrochene, ungetrübte Fortsetzung des Lebens der Kirche in seiner Gesamtheit als "Leben in Christo" verstanden. Das Gespräch aber über die kirchliche Tradition konfrontiert natürlicherweise immer mit dem Problem der Echtheit  und Authentizität  der Tradition, die nur insofern Tradition ist, als sie ein echtes Zeugnis in Christo ist. Die Tradition wird so, als "Weitergabe" einer Lebensweise, nicht unpersönlich von einer Epoche zur anderen, verstanden, sondern persönlich, von einem Zeugen der Tradition zum anderen. Bei dieser Tatsache der daseinsmäßigen persönlichen Funktionsweise der Tradition als einer stetigen Weitergabe spielen die Väter die Hauptrolle, da sie die Zeugen "der Dauerhaftigkeit oder Identität der Predigt, wie sie uns von Generation zu Generation überliefert wurde" (Flor. 140), sind. Deshalb erscheint bereits im 3. Jahrhundert das Begriffspaar "Apostel und Väter" zur Bezeichnung dieser Fortsetzung und Glaubwürdigkeit. Sich auf die Väter zu beziehen war etwas Selbstverständliches zur Zeit der Synoden und besonders der großen, angefangen mit der Ökumenischen Synode von Nikäa. Väter waren diejenigen, die das wahre Dogma, die Lehre der Apostel, weitergaben und förderten, diejenigen, die Leiter und Lehrer der christlichen Erziehung und Katechese waren. Deshalb hört man auch so oft den Ausdruck "den heiligen Vätern folgend" in den Synoden der Kirche; denn ihre Lehre ist der authentische Ausdruck der kirchlichen Tradition. Dies verkündet die siebte Ökumenische Synode: "Der Lehre unserer heiligen Väter über Gott und der Tradition der Katholischen Kirche folgend". Der Satz "den heiligen Vätern folgend", bedeutet im Grunde genommen die Anrufung glaubwürdiger Zeugen der Tradition, der echten Träger der Tradition. Daher sagt auch ein alter Hymnus (vielleicht von Romanos dem Meloden): "Der Apostel Predigt und der Väter Dogmen hat die Kirche bewahrt, und so den Glauben zu einem zusammengeschweißt, und das Gewand der Wahrheit tragend..., verwaltet sie auf rechte Weise und verherrlicht das große Mysterium der Frömmigkeit". So werden die Väter zu "Aposteln" Christi in ihrer Zeit, zur Ausbreitung des Evangeliums in der Welt gemäß dem Auftrag des Auferstandenen Gottmenschen und Herrschers des Himmels und der Erde. Sie sind diejenigen, die das Werk der Apostel fortsetzen, wie es in der Apostelgeschichte (2,42) beschrieben wird: "Sie verharrten in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und den Gebeten"; ein theologisches  Werk also, ein pastorales  und ein gesellschaftliches.  Daher werden wir auch im folgenden die Bedeutung der Väter in diesen drei Dimensionen ihres Dienstes in der Kirche betrachten:

a) Das theologische Werk der Väter.
Die Väter sind die wirklichen Theologen unserer Kirche. Der Westen hat uns gelehrt, die Väter als Philosophen und große Denker zu betrachten. Das ist auf die anomale Entwicklung des patristischen Denkens im Bereich der Scholastik zurückzuführen. Sowohl in der alten Kirche wie auch im orthodoxen Osten wurden die Väter niemals als Philosophen und Denker angesehen, noch betrachteten sie sich selbst als solche. Ihre Theologie ist nicht die Frucht eines philosophischen (metaphysischen) Suchens und philosophischer und pietistischer Gedanken über die Bibel (Bibelkritik). Außerdem ist die Bibel nichts Transzendentes und Metaphysisches, eine Art göttliches Buch, das fertig vom Himmel gefallen ist, wie die Mohammedaner z.B. den Koran verstehen. Noch ist die Bibel objektiv das "Wort Gottes" selbst, das dem Menschen angeboten wird, damit er es geistig annimmt und mit seinen frommen Gedanken über es gerettet wird. Deshalb kennt der Osten auch keinerlei Art von "Meditation" oder Spekulation als theologisches Mittel. Die Bibel (AT und NT) enthält das Wort der Vergöttlichten (Propheten und Apostel) über das göttliche Wort, den Ausdruck der mystischen Erfahrung der Heiligen des Alten und Neuen Testaments, die Gott geschaut haben. Die Offenbarung Gottes ist in keinem Buch von selbst formuliert worden, sondern wurde und wird geschenkt nach der Reinigung des Menschen, im Zustand der Erleuchtung und besonders der Verherrlichung oder Vergöttlichung (Gottesschau). Ganz im Gegenteil dazu gelangte die Metaphysik zur Aufstellung unabänderlicher Kriterien und zur Götzenverehrung. Die Theologie der Väter beruht auf der Gotteserfahrung und stützt sich auf die Schau Gottes. Die Erfahrung der Heiligen ist die einzige sichere Brücke zwischen Geschaffenem und Ungeschaffenem. Daher unterscheiden sich die Väter grundsätzlich von den Philosophen aller Jahrhunderte. Die Offenbarung der Wahrheit empfangen die Heiligen von Gott selbst durch die Einwohnung des Heiligen Geistes in ihnen (Erleuchtung) und durch ihre Erfahrung der Gottesschau (Verherrlichung, Vergöttlichung). Im Gegensatz dazu kämpfen die Philosophen allein, um die Wahrheit zu entdecken. Die Väter haben diese fertig vor sich, entweder aufgrund ihrer eigenen Erfahrung oder von den Erfahrungen der früheren Väter her. Die Philosophen haben als Hauptmerkmal das Streben nach der Originalität  in ihren Theorien. Den Vätern dagegen ist die Originalität völlig gleichgültig, so sehr das Werk der großen Väter auch für die Welt und die Gläubigen eine Erweiterung der Lehre der Kirche bezüglich eines theologischen Problems darstellt, besonders, wenn das Heil der Gläubigen bedroht wird, wie es gewöhnlich beim Auftreten von Häresien geschieht. Die Väter haben ihre Aufmerksamkeit theologisch andauernd auf die Vergangenheit gerichtet. Sie wollen nicht beeindrucken mit neuen Entdeckungen - deshalb auch könnten sie unter den heutigen Gegebenheiten in der Universitätstheologie nie einen Doktortitel beanspruchen! - sondern die apostolische Tradition fortsetzen, "die ewigen Grenzen nicht verrückend, die die Väter vor ihnen gesetzt haben". Sehr charakteristisch ist in diesem Zusammenhang der Fall des hl. Gregorios Palamas (1296-1359). Er war tief in der apostolischen und patristischen Tradition verankert. Grundsätzlich bewegte er sich im Rahmen des Lehre der Kappadokier, Athanasios des Großen, Dionysios des Areopagiten und Maximus des Bekenners. Seine Geg-ner aber, östliche wie westliche, die den auf der Erfahrung beruhenden Kontakt mit der kirchlichen Tradition verloren hatten, verdächtigten ihn umstürzlerischer Neuerungen. Denn er bot die alte Väterlehre in einer neuen Verbindung dar, als "schöpferische Erweiterung" der Tradition und nicht als blinde Wiederholung. Außerdem ist der echte patristische Geist keine formelle Wiederholung, sondern die dynamische Einverleibung der Tradition und deren erneuter Ausdruck.
An diesem Punkt wird der grundlegende Unterschied zwischen der Methode des Vaters und der eines Philosophen sichtbar. "Der Philosoph denkt und überlegt, zumindest theoretisch, unabhängig von den Gedanken seiner Vorgänger, d.h. er ist grundsätzlich nicht an die Antwort gebunden, die andere Philosophen auf das Problem gegeben haben, das er untersucht. Er trachtet danach, eine persönliche Lösung des Rätsels der Welt zu ge-ben und sich von der Richtigkeit oder Angebrachtheit seines autonomen Denkens zu überzeugen". Daher finden wir auch bei jedem großen Philosophen eine neue Erklärung, "mit der Schaffung ei-nes philosophischen Systems, in dessen Grenzen der Mensch sich zu bewegen hat... Das Gegenteil geschieht bei den Vätern". Der Vater arbeitet nicht losgelöst vom geistlichen Reichtum der Kirche. "Notwendigerweise ist er ein dynamischer Träger und Exeget der Elemente, die die ihm vorausgegangenen Väter im Rahmen der Lehre der Kirche hervorgebracht haben".
Es ist außerdem charakteristisch, daß, von der scholastischen Methodik abgesehen, die Väter sich nicht auf die Autorität der Philosophen berufen, sondern nur auf die der vergöttlichten Heiligen, wie ebenfalls ein Vater - im Gegensatz zu dem, was man im Westen zu diesem Thema geschrieben hat - nicht als platonisch, neuplatonisch oder aristotelisch charakterisiert werden kann (wir meinen vom Wesen seiner Theologie und nicht vom Gebrauch der philosophischen Sprache und Terminologie her, als "Mittel zur Verständigung mit den Menschen seiner Zeit"). Diese Haltung der Väter wurde überdies offiziell von der Kirche ausgedrückt im "Synodikon", einem Text, der am ersten Fastensonntag gelesen wird:  "Diejenigen, die sich mit den griechischen (= philosophischen) Studien befassen, nicht nur um des Studiums willen, sondern auch deren eitle Ansichten annehmen und sie für wahr halten... und diese ohne Bedenken lehren, sollen in Bann sein". Das bedeutet natürlich nicht, daß die Väter die Bildung ablehnen. Ganz im Gegenteil: die großen Väter zeichnen sich auch durch ihre hohe Bildung aus. Die orthodoxe Erkenntnislehre ist eine doppelte: geistlich und wissenschaftlich. Die erste ist die Teilnahme an der göttlichen Herrlichkeit, die zweite die logische Erkenntnis. Es gibt Heilige, die nur die erste haben, ohne irgendwie zurückzustehen. Ein heiliger Vater aber, der auch die zweite Erkenntnis hat, kann seine Erfahrungen niederschreiben und die Gläubigen lehren.
Nach Vater Georg Florovski "war das Hauptcharakteristikum der Vätertheologie ihr existentieller Charakter...". Tatsächlich, nach der Formulierung des hl. Gregor des Theologen, theologisierten die Väter "den Fischern gemäß und nicht aristotelisch" (Log. 23,12), d.h. im Einklang mit den Aposteln und nicht mit den Philosophen. So war ihre Theologie nicht Philosophie, sondern Botschaft, Predigt. Ihre Theologie bleibt selbst dann noch Predigt, wenn sie unter dem Druck der Umstände "logisch geordnet" und mit logischen Argumenten vollgeladen sein mußte. Deswegen bleiben die Väter auch außerhalb jedes "Systembegriffes" in der philosophisch-soziologischen Bedeutung des Wortes. Die Teilnahme am Leben und der Wahrheit Christi durch die Gnade des Heiligen Geistes, d.h. die Teilnahme an der Herrlichkeit von Pfingsten, ist die wesentliche Voraussetzung der Vätertheologie. Die Väter - und alle Heiligen - leben in einem andauernden Pfingsten. Der Weg aber zu diesem Ziel geht über die asketische Erfahrung: die Reinigung von den Leidenschaften, die Erleuchtung des Herzens durch den Heiligen Geist und schließlich die Verherrlichung oder die Vergöttlichung des ganzen Menschen. Dies ist die einheitliche Erfahrung der Propheten (der Heiligen des AT), Apostel und Heiligen der Kirche: die Schau des ungeschaffenen Wortes vor und nach Seiner Fleischwerdung! Die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor war die Wiederholung der alttestamentlichen Erscheinung des "Herrn der Herrlichkeit" (I. Kor. 2,8) und die Offenbarung Seiner natürlichen Herrlichkeit, fleischlos im AT, im Fleische im NT. Der Höhepunkt der Verherrlichung der Heiligen im Heiligen Geist aber findet am Pfingsttage statt. Hier führt der Geist die Gläubigen in Christo "in die ganze Wahrheit" ein. Hier erfüllt sich das Wort Christi im Johannesevangelium 17,24: "Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast". In dieser Herrlichkeit (der Theophanie) der Heiligen Dreifaltigkeit, in der menschlichen Natur Christi, vollzieht sich die Vereinigung aller Heiligen. Daher weisen die Heiligen aller Jahrhunderte (Väter) "Einheit des Glaubens" auf, weil sie in der "Gemeinschaft des Geistes" leben. Genau dies fehlt bei den Häretikern, also bei denen, die außerhalb der Tradition (Lebensweise) der Väter leben.
Die "Theologische Fakultät" der Väter sind die Kapitel 12-14 des 1. Korintherbriefes (über die Geistesgaben-Charismen). Ihre Theologie beginnt mit der ständigen Gegenwart des Heiligen Geistes als Herzensgebet oder unaufhörliches Gebet in ihnen, und diese folgt immer auf die asketische Reinigung des Gläubigen. "Die Vollendung der Reinigung ist die Grundlage der Theologie" bemerkt Johannes Klimakos (Klimax...30). Ihre Theologie ist das, was auch die "Prophetie" in 1 Kor 14 in der Urkirche ist: Erklärung der Offenbarungen des Heiligen Geistes mit dem Heiligen Geist als Führer. "Der Geist helfe mir und schenke mir Worte", betet der heilige Gregor der Theologe zum Paraklet, bevor er über den Heiligen Geist in seiner 5. Theologischen Rede spricht. Der gleiche Gregor beschreibt uns auch die Voraussetzungen der kirchlichen Theologie, wenn er sich an die Eunomianer wendet: "Es ist nicht jedermanns Sache, über Gott zu philosophieren; diese Sache ist nicht so billig und niedrig. Und ich werde hinzufügen: weder immer, noch allen, noch über alles, sondern nur einige Male und einigen und unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich. Und zwar ist es nicht jedermanns Sache, weil es für die ist, die versucht worden und zur Gottesschau vorgedrungen sind und zuvor die Seele und den Körper gereinigt haben oder zumindest reinigen" (Log. 27,3). Es theologisieren die, die bis zur "Gottesschau" gelangt sind. Die der Erleuchung vorausgehende Stufe ist die "Reinigung". Deswegen sagt er an einer anderen Stelle: "....mittels des Lebens steige empor, mittels der Reinigung erwirb das Reine. Willst du jemals Theologe und der Gottheit würdig werden, so halte die Gebote und mittels der Gebote schreite voran. Denn das Tun ist der Zugang zur Gottesschau" (Log. 20,12). Die Reinigung wird nicht als einfache Befreiung von den Leidenschaften im philosophischen Sinn verstanden, sondern auch als ein ständiges Wachen. Nicht als etwas ausschließlich Negatives, sondern gleichzeitig auch als etwas Positives; denn sie ist die Freiheit von den Leidenschaften durch die Befolgung der Gebotes Gottes, der Tugenden im Heiligen Geist.
(Schluß folgt)