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Predigt zum 14. Herrentag nach Pfingsten (2. Kor. 1: 21 – 2:4; Mt. 22: 1-14) (06.09.2015)

Liebe Brüder und Schwestern, 

 

unter den Geladenen zum königlichen Hochzeitsmahl sind zunächst die gemeint, für die alles andere wichtiger ist als das Seelenheil. Diese Botschaft ist eindeutig. Doch im Gegensatz zu den lauwarmen Christen gibt es auch solche, die nach Möglichkeit aktiv am Leben der Kirche teilnehmen, bei der Beichte aber bekennen, sie hätten wegen der überhandnehmenden Müßigkeit kaum Zeit für das Gebet. Als ich sie Frage, was sie unter „Müßigkeit“ verstehen, nennen sie Dinge wie Kindererziehung, Haushaltsführung, Beruf oder Studium, soziales Engagement etc. Und sie meinen, sie ließen deshalb Gottes Ruf ungehört verhallen (s. Mt. 22: 5). - Tun sie aber nicht! Gott hat uns all diese Dinge aufgetragen und erwartet von uns, dass wir sie gewissenhaft verrichten. Auch in Klöstern wird gearbeitet, nicht nur gebetet. Wir missachten Gottes Güte (s. 22: 9) lediglich dann, wenn diese Dinge für uns zum Selbstzweck werden: Karrieredenken, Geldsucht oder eitle Selbstbestätigung (vgl. Lk. 10: 41). Hat nicht der hl. Seraphim von Sarov seinen schutzbefohlenen Novizinnen (!) eine kurze Gebetsregel am Morgen und am Abend, begleitet vom Jesus-Gebet im Verlauf des Tages gegeben, weil sie sonst nicht ihren Pflichten nachkamen?! - Das sollte als Modell für uns dienen – auch und vor allem für die, welche wegen ihrer alltäglichen Verpflichtungen es nicht schaffen, sich „gebührend“ auf den Empfang der Heiligen Gaben vorzubereiten. Ist denn die dankbare und gewissenhafte Erledigung der von Gott aufgegebenen notwendigen Dinge des täglichen Bedarfs nicht auch eine adäquate „Vorbereitung“ zur Heiligen Kommunion?.. So wie unser göttlicher Lehrer ruhig im Boot schlief (s. Mk. 4: 38), müssen auch wir den Stürmen des Lebens trotzen. Da der Tag nun mal nur 12 Stunden hat (s. Joh. 11: 9), sollten wir uns wohl vor Müßiggang hüten: eine halbe Nacht vor dem Fernseher bzw. Computer zu sitzen oder uns in nutzlose Gespräche zu vertiefen, dann aber für das Gebet keine zwei Minuten übrig zu haben – oder in einem Seelenzustand zu verharren, in dem auch das Gebet selbst zur „Zeitverschwendung“ wird. Das geschieht, wenn wir nämlich während des Gottesdienstes oder im stillen Kämmerlein die Gedanken schweifen lassen und das Böse in unseren Herzen nicht ausmerzen wollen. Ohne reinen Glauben wird man sogar eine Kirche letztlich nur zum eigenen Ruhm errichten können (vgl. Röm. 14: 23). Ja, dann könnte es passieren, dass wir an Händen und Füßen gebunden in die äußerste Finsternis geworden werden (s. Mt. 22: 13). Amen.

Jahr:
2015
Orignalsprache:
Deutsch