Predigt zum Herrentag vor der Geburt Christi, Gedenktag der Väter (Hebr. 11:9-10,17-23; Mt. 1:1-25) (03.01.2021)

Liebe Brüder und Schwestern, wir sind nur noch wenige Schritt von der Geburt Christi entfernt. Heute, am Herrentag vor Christi Geburt wird erstmals die Weihnachtsgeschichte verkündet (Mt. 1:18-25). Zuvor aber vernehmen wir den „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt. 1:1). Mit diesen Zeilen beginnt ja der zweite Teil der Bibel, das Neue Testament. Um uns weiter im Text vertiefen zu können, wollen wir uns den Paralleltext beim Evangelisten Lukas (Lk. 3:23-38) ansehen. Dort beginnt das Ahnenverzeichnis vom chronologischen Ende her und beinhaltet auch die Bindeglieder Abraham (3:34) und David (3:31), reicht aber bis ganz zum Beginn der Menschheitsgeschichte, dem Urahnen Adam, der (direkt) von Gott (3:38) stammte. Bei dieser Aufzählung handelt es sich um die „Vorfahren Josefs“, für dessen Sohn man den Herrn Jesus hielt (3:23). Bei Matthäus steht Gott (in Person des Gott-Menschen Jesu Christi) am Ende, während Er bei Lukas am Anfang verzeichnet ist. Gott – Jesus Christus – ist somit „der Anfang und das Ende“, „der Erste und der Letzte“, „das Alpha und das Omega, (…) der Herr, Der ist und Der war und Der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung“ (Offb. 21:6; 22:13; 1:8). Das nun vor der Tür stehende Fest der Menschwerdung Gottes ist eine Offenbarung der Selbsterniedrigung Gottes (s. Phil. 2:7-8): unser Gott ist nicht nur gnädig und barmherzig, gerecht und wahrhaftig, sondern auch demütig (s. Mt. 11:29). Der König der Könige wird später auf einem Eselsfüllen in die heilige Stadt reiten und wie zu Seiner Geburt (in einem Viehstall) den Lobgesang vernehmen: „Gesegnet sei der König, Der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!“ (Lk. 19:38; vgl. Lk. 2:14). Durch Seine Erniedrigung konnte Gott, in menschliche Natur gekleidet, der göttlichen Gerechtigkeit zur Sühnung des Abfalls des Menschen genüge leisten und dadurch „Erbarmen und Wahrheit“ (Ps. 83:12; 84:11a; vgl. Ps. 100:1) sowie „Gerechtigkeit und Frieden“ (Ps. 84:11b; s. auch 84:12-14) miteinander in Einklang bringen. Wir beten Gott zurecht an für Seine unendliche Erhabenheit, doch Gott übertraf unsere Vorstellung dadurch, dass Er Sich auch erniedrigen konnte. Er lehrt uns mit Worten: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Mt. 23:12; vgl. Lk. 18:14), und zeigt durch Taten, dass wir durch die Vereinigung mit Ihm, dem „Alpha und Omega“, zu göttlicher Herrlichkeit gelangen können. Amen.
Jahr:
2021
Orignalsprache:
Deutsch