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Orthodoxer Katechismus VII: Die Göttliche Liturgie

Die Liturgie teilt sich in drei Teile:

1) Die Proskomidie, also die Vorbereitung der Heiligen Gaben für die Eucharistie;
2) die Liturgie der Katechumenen;
3) die Liturgie der Gläubigen.

1. Die Proskomidie

Für den Vollzug der Proskomidie braucht der Priester fünf Brote, gebacken aus reinem Weizenmehl ohne Salz. Das erste Brot, Opferbrot genannt, kann größer sein als die anderen, je nachdem wie viele Kommunikanten anwesend sind. Weiterhin braucht der Priester Rotwein und Wasser. Während der Priester im Altarraum die Proskomidie vollzieht, wird im Kirchenschiff das Morgenamt gefeiert oder Gebetsstunden gelesen oder Psalmen gesungen.

Ordnung der Proskomidie

Zuerst nimmt der Priester das Opferbrot in die Hand. Dieses Brot trägt wie alle anderen Brote, auf seiner oberen Seite dieses Zeichen: ICXC + NIKA Dies sind Buchstaben des griechischen Alphabets. Sie bedeuten: IC - Jesus; XC = Christus; NIKA = siegt.

Aus diesem Brot schneidet er unter Beten von Bibelversen, die auf die Kreuzigung Christi hindeuten, in jede Seite das Siegel hinein. Schließlich hebt er das herausgeschnittene viereckige Teil heraus und legt es mit dem Siegel nach unten auf den Diskos. Dieses viereckige Brotteil nennt man Agnus, das Lamm, weil es Christus, das Lamm Gottes, darstellt. Dann schneidet der Priester den Agnus kreuzweise, so dass auf dem Diskos nun vier Teile liegen.

Von dem zweiten Brot schneidet er ein Teilchen zur Ehre der Gottesmutter heraus. Aus dem dritten Brot nimmt er neun Teilchen zur Ehre der Heiligen. Aus dem vierten Brot nimmt er ein Teilchen und betet dabei für den Patriarchen, Metropoliten, Erzbischof oder Bischof seiner Diözese, dann nimmt er ein Teilchen für den Landoberen, wenn dieser ein Christ ist, und gedenkt der Lebenden, welcher er will. Aus dem 5. Brot nimmt er Teilchen für die Verstorbenen, ein Teilchen bei jedem Namen, wie bei den Lebenden. Zuletzt nimmt er wieder das vierte Brot und erwähnt sich selbst. Er gedenkt auch der Lebenden und der Verstorbenen, deren Namen er den von den Gläubigen gebrachten Gedenklisten entnimmt. (Jedem Zettel entspricht ein Brot, das dem Gläubigen nach der Liturgie zurückgegeben wird.) Auch da entspricht jedem Namen ein Brotteilchen. Diese Teilchen legt er in Reihen unter den anderen.

Wenn er mit allem fertig ist, sieht der Diskos mit den Brotteilchen so aus: ... .

Somit ist, um das Lamm vereint, die siegreiche Kirche des Himmels und die kämpfende Kirche auf Erden sinnbildlich dargestellt. Über den Diskos wird dann der Asteriskus, der Stern gestellt und darüber die Diskosdecke gelegt. Danach gießt der Priester oder der Diakon Wein und das Wasser in den Kelch und deckt diesen mit der entsprechenden Decke zu. Zuletzt deckt der Priester Diskos und Kelch zusammen mit dem Aer. Damit sind die Heiligen Gaben für den Großen Einzug bereit. Danach werden Gebete an die Gottesmutter und die Heiligen gesprochen, damit sie den Segen Gottes auf diese Vorbereitung erbitten.

2. Die Liturgie der Katechumenen

"Katechumenen" nennt man alle, die sich zur Taufe vorbereiten. In unseren Ländern gibt es kaum welche, da die Christen meist schon als Säuglinge getauft werden. Aber in den Missionsländern gibt es oft viele. Während dieses Teils der Messe soll die Gemeinde an die zu Taufenden denken und für sie beten.

Die Liturgie der Katechumenen ist in vier Teile geteilt:
1) Die Anfangsgebete;
2) der kleine Einzug;
3) die Lesungen aus den Apostelbriefen und den Evangelien;
4) die Litaneien und Gebete für die Katechumenen.

Die Anfangsgebete

Der Priester stellt sich vor den Thron, verneigt sich davor und küsst erst ihn, dann das Evangelienbuch. Danach beschreibt er mit dem Evangelienbuch das Kreuzzeichen über den Thron und ruft laut: "Gepriesen sei das Reich des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit!"

Die Gemeinde oder der Chor antwortet: Amen. Das ist der Anfang der Göttlichen Liturgie. Danach spricht der Diakon oder, wenn keiner zugegen ist, der Priester die Große Litanei, auch Friedenslitanei genannt. Sie beginnt mit den Worten: "Lasset uns in Frieden zu dem Herren beten!"

Es folgen die Antiphonen, die von der Gemeinde oder vom Chor gesungen werden. Als dritte Antiphon singt man die Seligpreisungen oder andere Hymnen, je nach dem Tag.

Der kleine Einzug

Während des Singens der dritten Antiphon kommt aus der linken Tür der Ikonostase der Priester, der das Evangelienbuch hält. Ihm gehen Ministranten mit Rauchfass und Kerze voraus. Das Evangelienbuch erinnert uns an Christus, der, um zu predigen, in die Welt hinauszieht. Als der Zug vor der Königlichen Pforte angelangt ist, ruft der Diakon oder der Priester.

"Weisheit! Steht aufrecht!" Dies heißt: "Das Evangelium ist die höchste Weisheit. Vor ihm sollen wir in Ehrfurcht und Andacht stehen."

Es folgt das Trishagion (das Dreimalheilige): "Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser." (Dreimal).

Die Lesungen

Von einem Gläubigen, meist dem Chormeister oder einem guten Sänger, werden Psalmenverse und danach der anfallende Abschnitt aus einem Apostelbrief bzw. aus der Apostelgeschichte psalmodiert. Dann liest der Diakon bzw. der Priester das dem Tag entsprechende Kapitel aus dem Evangelium. Nach dem Evangelium kann die Predigt stattfinden. Manche Pfarrer ziehen es jedoch vor, die Predigt am Ende des Gottesdienstes zu halten.

Die Litaneien

Es folgen: Die inbrünstige Litanei, die Gebete für die Verstorbenen und die Litanei für die Katechumenen. Am Ende dieser Liturgie ruft der Priester oder der Diakon: "Ihr Ungetauften, entfernt euch! Ihr Ungetauften, entfernt euch! Kein Ungetaufter bleibe!"

3. Die Liturgie der Gläubigen

Nun beginnt der wichtigste Teil des Gottesdienstes, der die Wandlung enthält. Die "Liturgie der Gläubigen" kann man in sieben Teile aufteilen:

1) Der Cherubinhymnus mit dem Großen Einzug
2) Die Bittlitanei
3) Das Glaubensbekenntnis
4) Der Eucharistische Kanon
5) Die Wandlung
6) Das Vaterunser und die dazugehörigen Gebete
7) Die Kommunion des Klerus und der Gläubigen.

Die Liturgie der Gläubigen beginnt mit dem Ruf des Priesters: "Die ihr Gläubige seid, wollen wir wieder und wieder zu Gott beten!" Nach einigen Gebeten folgt der Cherubimhymnus. Der Chor singt langsam und mit großer Andacht: "Die wir die Cherubim geheimnisvoll darstellen und der lebenschaffenden Dreifaltigkeit den dreimalheiligen Hymnus singen, wollen wir nun jede irdische Sorge ablegen."

Hier unterbricht der Chor den Gesang und es folgt der Große Einzug. Der Priester nimmt die auf dem Rüsttisch stehenden Gaben und zieht von der linken Tür her aus dem Altarraum hinaus. Ihm voraus gehen Ministranten mit der Kerze und dem Rauchfass. In der Mitte der Solea angelangt, gedenkt der Priester - je nach Landesbrauch - des kirchlichen Oberhauptes und des Landesoberen und ruft schließlich: "Ihrer aller gedenke Gott der Herr in seinem Reich jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit."

Der Chor antwortet: "Amen" und setzt dann den begonnenen Hymnus fort: "um zu empfangen den König des Alls, den Engelscharen unsichtbar im Triumph einhergetragen. Alleluja, Alleluja, Alleluja!"

Während dessen trägt der Priester die Gaben durch die Königliche Pforte in den Altarraum hinein und stellt sie auf den Thron. Es folgen einige Gebete und die Bittlitanei.

Darauf ruft der Priester: "Friede allen!" Gemeinde: "und Deinem Geiste"

Priester: "Lasset uns einander lieben, auf dass wir in Eintracht bekennen"

Gemeinde: "Den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, wesensgleiche und unteilbare Dreieinigkeit." Diakon (oder Priester): "Die Türen! Die Türen! In Weisheit wollen wir aufmerken."

Im Altertum wurden in diesem Augenblick die Kirchentüren verschlossen. Heute verschließt man zwar nicht die Türen, aber es ist den Gläubigen bekannt, dass man von diesem Moment an bis zum Ende des Gottesdienstes die Kirche weder betreten noch verlassen darf. Das unterstreicht die Würde des Augenblicks, in dem sich alles auf die Ankunft des Herrn vorbereitet, und besonders der Zeit, in welcher der Herr bereits im Heiligen Altarsakrament zugegen ist.

Es folgt das Glaubensbekenntnis, das meist nicht nur vom Chor, sondern von der ganzen Gemeinde gesungen wird. Das alles war die Vorbereitung zu dem großen Augenblick, der jetzt kommt.

Der Eucharistische Kanon

Der Priester ruft aus dem Altarraum: "Stehen wir in Andacht! Stehen wir in Ehrfurcht! Lasset uns aufmerksam sein, bei dem Heiligen Opfer, um es in Frieden darzubringen."

Gemeinde oder Chor: " Gnade des Friedens, Opfer des Lobes!" (das bedeutet: "Gott gibt uns allen die Gnade des Friedens (mit Ihm) und wir opfern Ihm unser Lob").

Priester: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes des Vaters, und die Gemeinschaft des hl. Geistes sei mit euch allen!"

Gemeinde: "Und mit deinem Geiste".

Dann wendet er sich wieder der Gemeinde zu: "Empor die Herzen!"

Gemeinde: "Wir haben sie beim Herrn."

Priester: "Lasset uns dem Herren danken!"

Gemeinde: "Es ist würdig und recht...".

Darauf liest der Priester die Gebete, die die Wandlung vorbereiten sollen. Der Priester betet weiter leise. Er dankt dem Herrn für alles, was Er für uns getan hat, für die Schöpfung, für die Erlösung und für das, was Er für jeden einzelnen Menschen tat, für die erhörten Gebete und für das vorliegende heilige Opfer, das Gott von uns annimmt, obgleich im Himmel unzählige Engel, Erzengel, Cherubim und Seraphim vor Ihm stehen, die (laut): "Das Siegeslied singen, jauchzen, rufen und sprechen ...".

Die Gemeinde (antwortet mit den Worten des Siegesliedes): ,Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind voll von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in den Höhen! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in den Höhen."

Der Priester setzt sein Gebet leise fort und dankt dem Herrn für das Opfer Jesu Christi, der in der Nacht, in der Er verraten ward, oder vielmehr sich selbst zum Heile der Welt überlieferte, das Brot nahm, dankte, segnete, heiligte und brach es, gab es seinen Jüngern und Aposteln und sprach (laut). ,Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird zur Vergebung der Sünden." Gemeinde: "Amen".

Priester (leise): "Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahle und sprach" (laut): "Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden."

Gemeinde: "Amen".

Die Wandlung

Der Priester betet leise weiter, dann ruft er laut: "Wir bringen Dir das Deinige von dem Deinen für alle und für alles." Der Chor singt leise, langsam und andächtig: "Dir singen wir, Dich preisen wir, Dir danken wir, o Herr, und beten zu Dir, unserem Gott."

Während des Gesanges verbeugen sich Priester und Diakon dreimal vor dem Thron und sagen leise: " Gott, sei mir Sünder gnädig und erbarme Dich meiner."

In den slawischen Kirchen werden vor der Wandlung Psalmenverse und ein Gebet an den hl. Geist gesprochen. In der griechischen Kirche geschieht das nicht. Nach den Gebeten sagt der Priester leise: "und mache dieses Brot zum kostbaren Leib Deines Christus." Diakon (oder Priester): "Amen". Priester (leise): "...und was in diesem Kelch ist, zum kostbaren Blut Deines Christus." Diakon (oder Priester): "Amen". Dann spricht der Priester halblaut die Worte der Wandlung: "...sie durch Deinen Heiligen Geist verwandelnd."

Das ist der wichtigste und heiligste Augenblick der Liturgie. Jetzt sind Brot und Wein durch die Wirkung des Heiligen Geistes in Leib und Blut Christi verwandelt. Priester, Diakon und Gläubige fallen auf die Knie und verneigen sich bis zur Erde, um den Herrn Christus anzubeten. Jetzt steht der Priester unmittelbar vor dem Herrn und betet zu Ihm für alle, die an dieser heiligen Eucharistie teilnehmen, auf dass die heiligen Gaben ihnen "zur Läuterung der Seele, zur Vergebung der Sünden, zur Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist ...nicht aber zum Gericht und zur Verdammnis gereichen". Dann bekennt er, dass dieses unblutige Opfer auch ein Dankopfer für die Heiligen ist, die im Glauben und als Mitbegründer der Kirche oder als Förderer des Reiches Gottes auf Erden gelebt haben: Die Urahnen, die heiligen Väter, Patriarchen, Propheten, Apostel und Verkünder des Evangeliums (laut): "Vornehmlich für unsere allheilige, unbefleckte, hochbegnadete, glorreiche Herrin, die Gottesmutter und Immerjungfrau Maria!"

Die Gemeinde (bzw. der Chor) antwortet darauf: "Würdig ist es in Wahrheit Dich selig zu preisen, o Gottesgebärerin, allzeit Hochselige und Unbefleckte und Mutter unseres Gottes. Die Du ehrwürdiger bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die Du unversehrt Gott das Wort geboren hast, o wahrhafte Gottesmutter, Dich preisen wir hoch!

Der Priester erwähnt daraufhin andere Heilige und betet für alle verstorbenen Christen. Nach einigen Gebeten singt die Gemeinde das Vaterunser. Danach singt die Gemeinde: "Lobet den Herrn vom Himmel her, lobet Ihn in den Höhen. Alleluja", oder den anfallenden Kommunionsvers. Daraufhin wird der Vorhang in der Königlichen Pforte zugezogen und die Geistlichkeit empfängt die Heilige Eucharistie. Währenddessen werden die Kommunionsgebete vorgelesen oder es wird eine Hymne gesungen. Dann wird der Vorhang weggezogen, die Königliche Pforte geöffnet und der Priester erscheint in der Pforte mit dem Kelch. Die Gemeinde betet das Heilige Sakrament an.

Der Priester: "Mit Gottesfurcht, Glaube und Liebe tretet heran!" Die Teilnehmer stellen sich zuerst vor den Kelch und sprechen mit dem Priester die Worte des Kommunionsgebetes (manchmal wird dies auch einfach vorgebetet). Dann stellen sie sich hintereinander und treten einzeln mit auf der Brust gekreuzten Händen heran. Wichtige Vorschrift Sobald man sich angestellt und die Hände auf der Brust gekreuzt hat darf man sich nicht mehr bekreuzigen bis man nach der Kommunion zur Seite getreten ist, um den zum Nachtrinken gereichten Wein zu sich zu nehmen. Dadurch soll ein versehentliches Umstoßen des Heiligen Kelches verhütet werden.

Nach der Kommunion werden Dankgebete gesungen und gesprochen Der Priester tritt noch einmal mit dem heiligen Kelch aus der Königlichen Pforte und segnet mit dem Kelch die Gemeinde mit den Worten: "Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit", worauf die Gemeinde antwortet: "Amen".

Dann trägt der Priester die hl. Gaben auf den Thron. Danach werden die auf dem Diskus verbliebenen Teilchen aus dem 2., 3., 4., und 5. Brot mit Hilfe des Schwamms in den Kelch hineingetan mit den W orten: "Wasche, o Herr, die Sünden derjenigen, derer hier gedacht wurde, in Deinem kostbaren Blut unter Fürbitte Deiner Heiligen."

Danach wird der Heilige Kelch auf den Opfertisch getragen und die restlichen Heiligen Gaben verzehrt. Es folgen Dankgebete. Die Gemeinde oder der Chor singt dreimal: "Es sei der Name des Herrn gepriesen von nun an bis in die Ewigkeit."

Jetzt wird die Predigt gehalten, wenn nicht schon nach der Evangelienlesung gepredigt wurde. Nach einigen weiteren Segnungen und Gebeten entlässt der Priester die Gemeinde. Diese tritt zur Kreuzverehrung und zum Empfang des Antidoron (= der Ersatzgabe) heran. Das Antidoron ist gesegnetes Brot für diejenigen, die nicht kommuniziert haben. Es ist eine Erinnerung an das Liebesmahl, das in der Urkirche nach der Liturgie stattfand. In manchen kleineren Gemeinden findet auch heute noch eine Art Liebesmahl - ein kleinerer Imbiss - statt.

Die Bedeutung der Göttlichen Liturgie

Wenn wir mit Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit während der Liturgie dem Gesprochenen und dem Gesungenen zugehört und vor allem mitgebetet haben, merken wir, dass wir aus der Kirche wie erneuert herausgegangen sind. Diese Erneuerung wird durch die Anwesenheit des Herrn Jesus Christus und die Gnade des Heiligen Geistes erwirkt, der wir durch die Fürbitte des Priesters teilhaftig wurden. Es ist deshalb für den Christen sehr wichtig, jeden Sonntag und, wenn möglich, an allen Feiertagen die Kirche zu besuchen.

Je öfter wir in die Kirche gehen, desto mehr empfangen wir von Gottes Kraft und Hilfe. Das ist eine Erfahrung, die jeder machen kann.

Ganz besonders aber erfahren wir die Kraft der Göttlichen Liturgie, wenn wir an der Heiligen Eucharistie, also an der Kommunion teilnehmen. Die Teilnahme an der Eucharistie ist keine Belohnung für den heiligmäßigen Menschen, sondern eine Kräftigung unserer Seele für den Kampf gegen die Sünde, eine Kräftigung und Gesundung auch unseres Körpers, ganz besonders für das durch ständiges Sündigen und durch die Unruhe des Lebens angegriffene Nervensystem. Ein häufiges Kommunizieren vertilgt nach und nach die gewohnheitsmäßigen Sünden völlig.

Jahr:
1975
Orignalsprache:
Deutsch
Herausgegeben:
Orthodoxe Katechese, Offsetdruckerei Stiller, 7141 Adlingen, München. 1975